(1) Ausflug in die Geschichte von Mariánské Lázně/Marienbad – wie alles begann…

Mariánské Lázně/Marienbad ist eines der drei weltberühmten Kurbäder des westböhmischen Bäderdreiecks, und es ist das jüngste von ihnen: während Karlovy Vary/Karlsbad bereits im 14. Jahrhundert Stadtrecht erhielt und auch seit dieser Zeit die dortigen Heilquellen genutzt werden, feierte Mariánské Lázně im Jahr 2008 das 200jährige Jubiläum des Kurbetriebes. In dieser – historisch gesehen – recht kurzen Zeit hat der Kurort eine rasante Entwicklung erlebt.

Ein paar Anmerkungen allerdings vorweg:

  • Ich habe versucht, möglichst vieles aus den mir zur Verfügung stehenden Quellen (Bücher, Zeitungsberichte, diverse Webseiten) zusammenzutragen, zu sichten, sortieren und der grossen Historie entsprechend einzuordnen. Natürlich erhebt das keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder gar Vollständigkeit. Einige Zeitabschnitte sind bisher auch noch gar nicht berücksichtigt worden, da mir dazu leider nur wenige oder eher widersprüchliche Informationen vorliegen. Als Quellen dienten mir unter anderem folgende Veröffentlichungen:– Diverse neuere und ältere Reiseführer, wie zum Beispiel: GRIEBEN (1914)
    BAEDEKER (1929)

    WOERL (1941)

    OLYMPIA (1981)
    SOUKUP/DAVID (1998)

    IRPEN (2009)

    Eine der umfassendsten Quellen für mich ist die Webseite
    http://www.hamelika.czvon Ing. Richard Švandrlík (leider im Mai 2016 im Alter von 82 Jahren verstorben), der mehr als 100 Bücher und Schriften über die Geschichte von Mariánské Lázně/Marienbad und Umgebung verfasste und auf seiner Webseite (weitergeführt von David Švandrlík) eine schier unglaubliche Menge von Informationen sowie Verweisen/Links – z.T. auf Originaldokumente! –  zusammengetragen hat. Fantastisch!
  • Die Historie von Mariánské Lázně/Marienbad und der westböhmischen Umgebung ist seit Jahrhunderten gleichermaßen von böhmischen und deutschen Einflüssen geprägt.
    Somit verwende ich – soweit sinnvoll – sowohl die tschechische als auch die deutsche Bezeichnung für Orte, Personen usw. 

Die Geschichte der Stadt Mariánské Lázně/Marienbad ist eng und untrennbar mit der Geschichte des Prämonstratenserklosters in Teplá/Tepl verbunden. Dieses Kloster wurde im Jahre 1193 durch den Adeligen Hroznata gegründet und sollte in den nächsten Jahrhunderten eine wichtige Rolle für das Land spielen.

Die Tepler Mönche hatten bereits in dieser Zeit erste Heilquellen entdeckt, die als „Säuerling“ bezeichnet wurden. Die Quellen wurden 1528 auf Geheiß des Königs Ferdinand I. untersucht, mit dem hauptsächlichen Beweggrund, ob daraus Salz gewonnen werden könne, damit Böhmen von entsprechenden Lieferungen aus dem Ausland unabhängig würde. Salz war damals sehr teuer, nicht umsonst wurde es als „weisses Gold“ bezeichnet.
Doch die Enttäuschung war groß: das im Quellwasser enthaltene Salz war leider überhaupt nicht für Speisezwecke verwendbar, es handelte sich vielmehr um Glaubersalz, mit seiner bekannten abführenden Wirkung. Die Quelle in Úšovice/Auschowitz wurde nach dem König „Ferdinandsquelle“ genannt, weitere Quellen wurden untersucht und katalogisiert.

Das Hauptverdienst an der Idee, die mineralisierten eisenhaltigen Quellen für Heilzwecke zu nutzen und Heilbäder zu errichten, gebührt zwei bedeutenden Männern des Klosters Teplá/Tepl: dem Klosterarzt Dr. Josef Jan Nehr / Dr. Johann Josef Nehr und ganz besonders dem damaligen Abt des Klosters Karel Kaspar Reitenberger / Karl Prokop Reitenberger.
Beide gelten heute als Begründer des Kurorts Marienbad, sie beauftragten den Gärtner (heute würde man ihn als Landschaftsarchitekten bezeichnen) Václav Skalník / Wenzel Skalnik mit der Umgestaltung des ehemals unwirtlichen sumpfigen Tales zu der noch heute einmaligen Park-Gesamtkomposition von Landschaftselementen und behutsamen gestalterischen Eingriffen, die neben den von den Prager Architekten Georg Fischer und Anton Turner entworfenen Kurgebäuden den einmaligen Charakter von Mariánské Lázně/Marienbad ausmachen.

Die ersten Badehäuser – nach heutigem Verständnis wohl eher „Hütten“ – wurden 1807/1808 im Auftrag des Klosters Teplá/Tepl neben der Marienquelle errichtet, die damit dem Ort seinen heutigen Namen Marienbad / Mariánské Lázně gab. Die ältesten Häuser von Mariánské Lázně/Marienbad befinden sich übrigens in unmittelbarer Nähe des heute sehr bekannten Nationalrestaurants U Zlaté Koule (Zur Goldenen Kugel).

Nehr und Reitenberger waren in ihrer – für die damalige Zeit visionären! – Art allerdings nicht unumstritten. Speziell Abt Reitenberger, der neben eigenem Geld auch einen Teil des Klostervermögens für den Aufbau des Badeortes verwendete, stiess in den Reihen seiner Ordensbrüder auf offene Ablehnung und harte Vorwürfe, er würde das Geld des Klosters „in den Úšovicer Sümpfen  versenken“!

Man versuchte, Abt Reitenberger kaltzustellen, strengte eine Amtsenthebung an (offiziell trat er von seinem Amt zurück, man kennt das ja auch aus der heutigen Zeit…), und der nun ehemalige Abt  musste Tepla und Marienbad verlassen und ging 1827 nach Tirol, wo er 1860 im Stift Wilten bei Innsbruck starb.
Zu Lebzeiten ist ihm leider die Anerkennung seiner Verdienste versagt geblieben, aber 1879 – anlässlich seines 100. Geburtstags – liess die dankbare Stadt Marienbad ihm zu Ehren in der Nähe der Kreuzquellenkolonade ein Denkmal errichten.
Auch unter den Brüdern des Klosters setzte wohl später ein Umdenken ein, 1906 wurden Abt Reitenbergers sterbliche Überreste nach Tepla überführt und ehrenvoll auf dem Stiftsfriedhof beigesetzt.

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts begann die Entfaltung des Kurortes, wenn auch anfangs noch etwas zögerlich. Kamen im Jahr 1827 nur ungefähr 1.500 Kurgäste nach Mariánské Lázně/Marienbad, so verdoppelte sich ihre Zahl allmählich in den nächsten 15 Jahren und verblieb auf diesem Niveau von ca. 3.000…5.000 Besuchern jährlich bis ins letzte Drittel des 19.Jahrhunderts hinein.

Erst als Mariánské Lázně/Marienbad an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde – 1872 an die Strecke Plzeň–Cheb/Pilsen-Eger, ab 1874 gab es eine direkte Verbindung nach Karlovy Vary/Karlsbad – kam es zu einem raschen Anstieg der Zahl der Kurgäste, und 1874 wurde erstmals die „magische Zahl“ von 10.000 Gästen überschritten.

Die verbesserte Erreichbarkeit von Mariánské Lázně/Marienbad machte den Kurort nunmehr auch weniger privilegierten Gästen zugänglich, die Versorgung verbesserte sich und rief einen neuen Bauboom hervor, so dass weitere Unterkünfte zur Verfügung standen. 1899, an der Schwelle zum 20.Jahrhundert, besuchten 20.000 Kurgäste die Stadt, und die Tendenz war weiterhin positiv!

Schon in den Anfangsjahren waren weltberühmte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik unter den Gästen. Johann Wolfgang Goethe weilte mehrere Male hier (u.a. 1820, 1821, 1822 und 1823 – er wohnte im Haus „Zur Goldenen Traube“ – heute Stadtmuseum), und fand in Mariánské Lázně/Marienbad 72jährig seine letzte große – allerdings unerwiderte – Liebe in der 17jährigen Ulrike von Levetzow.

Die Enttäuschung darüber, dass das junge Mädchen seinen Heiratsantrag ablehnte, verarbeitete der grosse Dichter 1823 in seiner Marienbader Elegie. Er kehrte nie wieder – so weiss es die Geschichte zu berichten – nach Marienbad zurück.

Ausgangs des 19.Jahrhunderts etablierte sich Mariánské Lázně/Marienbad als europäisches Zentrum von Politik und Gesellschaft.

Es war die Blütezeit des Bades, viele gekrönte Häupter und andere Promininente besuchten in dieser Zeit die Stadt.

Die Gästeliste des 19./Anfang 20. Jahrhunderts liest sich heute noch wie das „Who is who“ der damaligen Zeit:
Nikolai Gogol (1839),
Fryderyk Chopin (1836),
Richard Wagner (1845),
Johann Strauss (1890/1891),
Mark Twain (1891),
Thomas Alfa Edison (1911),
Siegmund Freud (1913),
Franz Kafka (1916),
Maxim Gorki (1923/1924)

und viele andere mehr.

1897 kam der spätere britische König Edward VII. – der seinerzeit mächtigste Mann der Welt – zum ersten Mal zur Kur nach Mariánské Lázně/Marienbad, in den folgenden Jahren bis 1909 wiederholte er seine Besuche, was den Ruf des Kurortes ungemein förderte. Im Kurhotel „Nové Lázně/Neubad“ kann man heute als besondere Attraktion ein Bad in seiner Königskabine nehmen.





König Edward II. traf sich hier mit weiteren namhaften Herrscher-Persönlichkeiten Europas: 1904 mit dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I., – ein Denkmal verweist heute auf diese historische Begegnung:


und 1907 kommt es im Hotel Weimar (früher: Klebelsberger Palais, heute Kavkaz, leider noch auf die Renovierung hoffend…) zu einem Gipfeltreffen über die Aufteilung der Einfluss-Sphären in Asien.

König Edward VII. verhandelt hier auch mit dem russischen Aussenminister und dem französischen Ministerpräsidenten, die getroffenen Vereinbarungen waren die Grundlage der späteren – gegen Deutschland und Österreich-Ungarn gerichteten – Entente.

Das KAVKAZ heute…
…und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Der englische König Edward II. war es übrigens auch, der hier in Marienbad im August 1905 den ersten Royal Golf Club auf dem europäischen Festland eröffnete. Zu den Festlichkeiten anlässlich des 100.Geburtstages des Golfplatzes weilte mit Prince Edward wiederum ein Mitglied des britischen Königshauses in Mariánské Lázně/Marienbad.

Hier ein Video eines tschechischen UrbExers, der das Kavkaz 2014 erkundete:

→ weiter zum zweiten Teil.

(2) Ausflug in die Geschichte von Mariánské Lázně/Marienbad (1918 – 1990)

Der Erste Weltkrieg brachte einen herben Einschnitt in der bisherigen erfolgreichen Entwicklung des Kurbades, doch es trat recht schnell eine Erholung ein. Der Kurbetrieb lebte wieder auf, trotz Inflation stiegen die Besucherzahlen auf Vorkriegsniveau an und erreichten 1929 die bisher einmalige Rekordzahl von 41.226 Kurgästen in einer Saison.

Marienbad war zu dieser Zeit DAS angesagteste Reiseziel für die Berühmten, Schönen und Reichen dieser Welt – nur St. Moritz war damals noch exklusiver!

Die entscheidende Zäsur kam mit dem Zweiten Weltkrieg, der das vorläufige Ende des internationalen Besucherstroms bedeutete. Die Kurstadt blieb zwar im Krieg von Zerstörungen verschont, erlitt aber deutliche Blessuren, an denen das Kurbad noch einige Zeit zu leiden hatte: 1943 wurde die Berliner Charite nach Mariánské Lázně verlegt, weil in Berlin aufgrund der ständigen Luftangriffe der Allierten nicht mehr für die Sicherheit der Patienten garantiert werden konnte. Dafür wurden in Mariánské Lázně insgesamt 90 Häuser – auch Kur-Hotels –   beschlagnahmt.

In dieser Zeit wurde auch der sogenannte „Berliner Friedhof“ (berlínský hřbitov) angelegt, ein Abschnitt des städtischen Friedhofs, auf dem verstorbene Patienten der ausgelagerten Charite, aber auch Soldaten beerdigt sind.

Weitere Belastungen erfuhr Marianske Lazne in der Folgezeit durch die Flüchtlingsströme aus dem Osten: zu dieser Zeit hatten Mariánské Lázně und Úšovice zusammen ca. 12.000 Einwohner, durch die Flüchtlinge hatte sich diese Zahl auf 50.000 erhöht – also mehr als vervierfacht!
Hygienische und Versorgungsprobleme waren die logische Folge.

Am 6. Mai 1945 wurde Mariánské Lázně/Marienbad von der 3. US-Armee unter Führung von General Patton befreit. Somit war für den Kurort der Zweite Weltkrieg beendet, mit den Auswirkungen hatte die Stadt allerdings noch lange zu kämpfen.

Bereits während der letzten Kampfhandlungen des Krieges befanden sich viele deutschböhmische Bewohner auf der Flucht, weitere wurden aufgrund der Beneš-Dekrete in den Jahren 1945/1946 deportiert.

Dafür kamen aus den verschiedensten z.T. weit entlegenen Gegenden der Tschechoslowakei Neubürger in die ehemals mehrheitlich von Deutschen bewohnten Städte und Gemeinden, die allerdings in der großen Mehrheit  keinen Bezug zu dem weltberühmten Kurbad hatten und leider oft auch nicht aufbauen wollten.

1946 wurden die Kureinrichtungen verstaatlicht, und Mariánské Lázně/Marienbad wurde zu einem Kurort den tschechoslowakischen Gewerkschaftsbundes (ROH).

Die Zahl der Kurgäste stieg wieder an, es wurde nunmehr zum Ganzjahreskurbetrieb übergegangen. Das Kur- und Badewesen entwickelte sich weiter, 1952 wurde das Balneologische Forschungszentrum mit internationaler Bedeutung gegründet, an dieser Stelle befindet sich seit 2004 das Hotel Falkensteiner Grand Spa:

In den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts stabilsierte sich die Zahl der jährlichen Kurgäste auf einem recht hohen Niveau (1984: 36.006 , 1985: 37.256, davon jeweils ca. 10% Patienten zur ambulanten Kur).
Wenn man die Urlauber und kurzfristigen Besucher hinzurechnet, kommt man in diesen Jahren auf 200.000 bzw. 1.000.000 Gäste pro Jahr, so dass man davon ausgehen kann, dass wahrscheinlich jeder Bürger der damaligen Tschechoslowakei einmal im Leben Mariánské Lázně/Marienbad besucht haben wird.

Obwohl also der weitaus grösste Teil der Patienten aus der Tschechoslowakei kamen, war der Anteil der ausländischen Gäste doch bemerkenswert: ca. 3.000 Patienten fuhren jährlich aus der damaligen DDR nach Mariánské Lázně/Marienbad, und auch aus der Bundesrepublik Deutschland + Westberlin fanden pro Jahr etwa 700 Kurgäste den Weg ins westböhmische Kurbad, denn für die Behandlung spezieller Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie der Nieren und des Verdauungssystems war und ist ein Kuraufenthalt in Mariánské Lázně/Marienbad zu jeder Zeit ein Geheimtipp!

Unser Onkel Conrad Burgold hatte ebenfalls das Glück, sein Nierenleiden hier kurieren zu lassen. Ein paar Erinnerungsbilder von seinen Aufenthalten in den Jahren 1962/63 gibt es noch – hier im dritten Teil dieser kleinen historischen Betrachtung.

Nach der Samtenen Revolution in Herbst 1989  ging es zunächst wiederum  um eine Neuausrichtung des Kurbades. Eine Vielzahl der Gebäude hatte unter der mangelnden Instandhaltung der letzten Jahrzehnte zum Teil stark gelitten, doch die neu entstandenen privatwirtschaftlich arbeitetenden Unternehmen waren nicht mit unendlich viel Kapital ausgerüstet, so dass die Sanierung/Restaurierung der Kureinrichtungen nur schrittweise erfolgen konnte.
Inzwischen findet man aber im Stadtzentrum nur noch sehr wenige sanierungsbedürftige Objekte, und zum Glück ist man beim Stadtumbau recht behutsam und mit dem Hauptaugenmerk auf die Historie der Stadt vorgegangen und hat nicht die Fehler anderer (westlicher) Kurstädte wiederholt.

Doch: HALT beinahe wäre es doch passiert, und im Zentrum von Mariánské Lázně wäre ein Betonklotz – eher wenig zur übrigen Architektur passend –  entstanden. Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen.

So mancher Besucher Marienbads wird sich über den seltsamen freien Platz am oberen Ende der Hlavní třída / Hauptstraße Richtung Kolonade hinüber gewundert haben:

Hier befand sich bis zu den Jahren 1977-79 ein Gebäudekomplex von 11 bzw. 12 Häusern, darunter solche namhafte Gebäude wie das Hotel Krym (früher Tepler Haus) und das Hotel Klinger.

Im historischen Stadtplan von 1910 sind die Häuser zwischen Franz-Josefs-Platz und der Stephansstraße eingezeichnet:

Der Zustand dieser Häuser war leider zum Teil bereits nach dem Krieg ziemlich desolat. Notwendige Reparaturen blieben aus, viele der Häuser wurden mit Stützen bzw. zusätzlichen Betonelementen in den Kellern gegen Einsturz gesichert. Einige standen auch schon leer, andere waren noch in Nutzung.

Dazu gibt es eine Anekdote, die uns einmal eine Marienbader Stadtführerin erzählte:

Eine ältere Bewohnerin eines der Wohnhäuser zwischen Mírové náměstí und Jugoslávská schloß eines Tages die Tür zu Bad und Toilette etwas kräftig und wunderte sich über das seltsame Geräusch, was darauf folgte.

Sie öffnete die Tür erneut und:  sah ins Freie!


Fussboden und Aussenwand des Bades waren zusammengebrochen und lagen als Schutthaufen auf der Strasse. Nicht auszudenken, wenn das ein paar Minuten früher passiert wäre. 😮

Naja – eine Anekdote, aber durchaus plausibel…

Der Stadtplan von Mariánské Lázně von Anfang der 80iger Jahre zeigt diese Häuser noch, aber sie werden nicht mehr mit Hotelnamen etc. benannt:

Es wurde also beschlossen, diese Häuser abzureissen, was dann in den Jahren 1977-1979 geschah.

Geplant war, an dieser Stelle einen modernen Kur-Komplex aufzubauen, welches Platz für 900 Patienten bieten sollte.  Auch der Name des Kurhotels stand bereits fest: ARNIKA.

Doch in den 80iger Jahren gerieten diese Pläne ins Stocken, wahrscheinlich fehlte neben der verfügbaren Baukapazität wohl auch das nötige Geld, denn  die genauere Untersuchung des Baugrundes ergab aufgrund der vielen Marienbader Quellen einige geologische Besonderheiten, die zum einen wohl für den desolaten Zustand der früheren Gebäude mitverantwortlich waren, zum anderen aber auch die veranschlagten Baukosten für das geplante Super-Hotel massiv in die Höhe trieben.

Und: es gab auch einige warnende Stimmen, die nicht ohne Grund befürchteten, dass der Bau dieses Hotel (und die damit verbundenen Tiefbauarbeiten) einen noch nicht abzusehenden Einfluß auf die Quellen haben könnte…

Ausgerechnet im geschichtsträchtigen Herbst 1989 gewannen die Pläne noch einmal an Gestalt. Am 09. November war feierliche Grundsteinlegung, und eine Baufirma aus Karlovy Vary begann mit ersten Arbeiten. Das Gesamtvolumen der Baukosten für das neue Hotel wurde in einem Zeitungsartikel mit unvorstellbaren 657 Millionen Kčs (ca. 220 Mio DDR-Mark) benannt! 

Die Bauarbeiten wurden aber dann im Frühjahr 1990 schnell beendet, die schweren Baumaschinen wurden abtransportiert und das Gelände mit einem Zaun abgesperrt.

Später kamen noch zwei  große Tafeln hinzu, die den Besuchern der Kurstadt mehrsprachig erläuterten, dass es sich hier um einen zukünftigen Bauplatz handelt und man sich für den jetzigen Zustand entschuldigt.

Sie sind heute noch zu sehen:

→ weiter zum dritten Teil.

(3) Ausflug in die Geschichte von Mariánské Lázně/Marienbad – Kuraufenthalte von Onkel Conrad Burgold

Wie bereits im zweiten Teil erwähnt, hatte unser Onkel Conrad Burgold das Glück, mehrfach zu einem Kuraufenthalt nach Mariánské Lázně/Marienbad zu reisen.
Ein paar Erinnerungsbilder von seinen Aufenthalten aus den Jahren 1962 oder 1963 (lässt sich leider nicht mehr ganz genau spezifizieren) gibt es hier im dritten Teil unserer kleinen historischen Betrachtung.

Das Centrální Lázně
Elfriede und Conrad Burgold  (die Ehefrau durfte mal am Wochenende zu Besuch kommen)
Das Hotel Cristal Palace in seiner damaligen Form, es wurde in den neunziger Jahren komplett und modern umgebaut
Grandhotel Pacific am oberen Ende der Hlavní třída
Diese Kolonade wurde später versetzt und umbenannt (hier noch: Rudolfs- und Ferdinandsquelle, später Karolinenquelle)
Auf der Hlavní třída (Hauptstrasse)

 

Kolonade
Kolonade
Die Kreuzquelle
Und noch einmal die Kreuzquelle (deshalb oben der Hinweis auf den Parteitag)
Die Büste Josef Nehrs
(damals ausserhalb des Gebäudes?)
Das Hotel Palace Praha
Im Kurpark
Nochmal das Palace Praha, speziell das Cafe
Die sogenannte „Obere Kolonade“ oder auch „Sonnenkolonade“. 1875 gebaut, schloss sie sich an die Hauptkolonade an. Sie wurde 1973 abgerissen.

 

Erstmal ausruhen… (im Hintergrund Getränkeautomaten: kennt die noch jemand?)
Siehe oben: die Kolonade der Rudolfs-/Ferdinandsquelle (hier teilverglast) wurde in späteren Jahren einige Meter Richtung Centrální Lázně versetzt und heisst heute Kolonade der Karolinenquelle.
Ausflug nach Františkovy Lázně

Und hier noch eine kleine Sammlung von Ansichtskarten aus den 60iger…80iger Jahren:

Aus späteren Jahren (1985) ist noch eine Speisekarte erhalten, die ich kürzlich bei einem Internet-Auktionshaus entdeckt (und gekauft…)  habe und hier ebenfalls präsentieren möchte:

weiter zum vierten Teil:

 

 

Classic Cafe & Restaurant

Seit mehr als 20 Jahren gibt es dieses Cafe & Restaurant in Mariánské Lázně. Wir waren schon oft hier zu Gast, mal auf einen Kaffee oder einen kleinen Snack/ein Süppchen zwischendurch beim Promenieren auf der Marienbader Haupstraße Hlavní třída. Man kann hier aber auch „richtig“ essen, d.h. es gibt eine umfangreiche Speisekarte mit einer Reihe von Gerichten der böhmischen und internationalen Küche, besonders empfehlenswert sind auch hier die böhmischen Spezialitäten.

Im Jahr 2016 wurde das Classic Cafe & Restaurant nach umfangreicher Rekonstruktion neu eröffnet. Das neue moderne Design gefällt uns sehr gut.

Regelmäßig kann man hier auch Livemusik erleben. Das Classic Cafe & Restaurant ist täglich von 09:00 bis 22:00 Uhr geöffnet.

 

Kontaktdaten:

Classic cafe & restaurant
Hlavní 131/50
CZ 353 01 Mariánské Lázně
Tel.: +420 354 622 807
Fax:  +420 354 620 506
E-Mail: mmclassic@seznam.cz
Webseite: http://www.classiccafe.cz
 

Restaurant Kamenný dvůr

Das Restaurant Kamenný dvůr liegt südlich der Kreuzung Chebská / Hlavní třída und damit ein wenig ausserhalb des üblichen „Operationsgebietes“ der Kurgäste. Trotzdem (oder gerade deshalb…) können und möchten wir eine Empfehlung für dieses Restaurant abgeben.

Es ist zunächst gar nicht so einfach, es zu finden und – wir geben es zu – auch wir sind beim ersten Besuch eher zufällig dorthin gekommen. An der Hauptstrasse gibt es nur wenige Hinweise, und man muss erst durch dieses Tor (siehe Foto links unten) gehen, bevor sich der Blick auf den Steinhof (Kamenný dvůr) eröffnet.

Drinnen erwartet den Gast ein freundliches und aufgeschlossenes Team, das ausgezeichnete Fremdsprachkenntnissen in Deutsch/Englisch/Russisch hat und gern bereit steht, den Gästen alle kulinarischen Wünsche zu erfüllen.

Auf der Speisekarte stehen vorrangig traditionelle tschechische Gerichte, aber es gibt auch eine Reihe internationaler Speisen, so dass für jeden etwas Passendes zu finden sein sollte. Wir haben es (aufgrund unserer umfassenden Verpflegung im Hotel) erst einmal mit kleineren Gerichten wie Rindssuppe mit Omas Nudeln und Fleisch sowie Gulaschsuppe versucht – hervorragend!

Es gibt Plzeňský Prazdroj und Velkopopovický Kozel vom Fass, und die Getränkekarte bestätigt, dass man hier sehr preiswert und gut zu Gast sein kann.

Kontaktdaten:

Penzion a restaurace Kamenný dvůr
Hlavní třída 267
CZ-353 01 Mariánské Lázně
Tel.: +420 728 654 694
täglich von 11:00 – 23:00 Uhr geöffnet

E-Mail: info@kamennydvur.info
Webseite: http://www.kamennydvur.info

Restaurant Filip

Filip im Jahr 2001
Filip im Jahr 2016
Filip im Jahr 2016

Für das Restaurant Filip muss man eigentlich keine Werbung machen, und das Restaurant selbst tut das auch nicht. Keine eigene Webseite, keine verteilten Werbezettel, lediglich in einem tschechischen Firmenverzeichnis sind ein paar ausführlichere Informationen zu finden: http://www.firmy.cz

Doch kann man das „Filip“ besuchen, wann man will (es hat übrigens täglich – ohne Ruhetag! – geöffnet): oft ist es fast bis auf den letzten Platz gefüllt, und nicht selten kann es passieren, dass man keinen freien Tisch bekommt. Wiederum ein gutes Zeichen: viele einheimische Gäste. Das Serviceteam ist sehr freundlich und begrüsst einem schon beim zweiten Besuch wie gute Bekannte.

Die Speisen sind sehr schmackhaft, in der Regel gute traditionelle tschechische Küche, aber auch mal was ausgefalleneres – die Küche bietet für alle etwas, und die Preise sind für Marienbader Verhältnisse sehr günstig. 


Pilsner Urquell, Gambrinus und Velkopopovický Kozel gibts vom Fass, und auch mit ein paar Becherovka oder Fernet Stock auf dem Bierdeckel muss man keine Sorge haben, dass einem die Rechnung vom Stuhl haut. 

Die Inhaber des Restaurants betreiben übrigens in Ušovice noch eine Pension mit Restaurant namens „Filip II„.
Kontaktdaten:

Restaurant Filip
Poštovní 96/9
CZ-353 01 Mariánské Lázne
Tel : +420/ 354 626 161

Restaurant + Pension Filip II
Martina Štetková
Seifertova 739
353 01 Mariánské Lázne
Tel.: +420 354 623 337
e-mail: martina.stetkova@seznam.cz

Nationalrestaurant U Zlaté Koule Mariánské Lázně

Das Nationalrestaurant U Zlaté Koule (Zur Goldenen Kugel) befindet sich in einem der ältesten Häuser Marienbads. Hier liess der Ordinarius vom Kloster Tepla Dr. Josef Nehr – direkt neben der Kreuzquelle – anstelle einer früher hier befindlichen Holzhütte das erste massive Haus für die Kurgäste bauen.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass dieses Restaurant nicht nur zu den besten Adressen in Marianske Lazne, sondern in der ganzen Tschechischen Republik zählt. Es hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, so z.B. die Klassifizierung ales eines der „TOP 200 Restaurants in Europa“, „Restaurant des Jahres der Tschechischen Republik“, mehrere Jahre hintereinander „Gurman Top Czech Restaurant“ und viele andere mehr.

Hier passt alles: Küche, Atmosphäre, Service. Die Speisekarte ist nicht riesig, bietet aber eine recht breite Auswahl für wohl (fast) jeden Geschmack. Kalte und warme Vorspeisen, Salate, Fleisch- und Fischgerichte, nicht zu vergessen erlesene Geflügelgerichte. Besonders empfehlenswert: die Wildspezialitäten aus dem Slavkovsky les.

Ein Besuch in diesem Restaurant ist auf jeden Fall ein Erlebnis.
Kontaktdaten:

Nehrova 26
CZ-353 01 Mariánské Lázne
Tel : +420 – 354 624 455
Fax: +420 – 354 624 202
E-Mail: info@uzlatekoule.com
WWW: http://www.uzlatekoule.com

Churchill’s Pub & Restaurant

Ein Besuch im „Churchill“ gehört für uns schon fast obligatorisch zu Kuraufenthalt in Marianske Lazne dazu, oft verbringen wir schon den ersten Abend dort.


„Churchill’s Pub & Restaurant “ ist im Stile eines englischen Clubs eingerichtet: viel dunkles Holz, dicke Ledersitze; Humidor für die Liebhaber dicker (Churchill-)Zigarren usw. Es befindet sich im Erdgeschoss des Hotel „Excelsior“ , ein Vier-Sterne-Hotel der Orea-Gruppe.

Es ist eine Legende, dass Churchill selbst dieses Lokal besucht haben soll: er war zwar auf seiner Hochzeitsreise Anfang des 20. Jahrhunderts einige Tage in Marianske Lazne, allerdings war das „Churchill“ zu dieser Zeit noch kein Restaurant, sondern es befand sich darin ein Hutladen. Doch hier ergibt sich eine Verbindung zu Vereinigten Königreich: die Tochter des Hutmachers – Fräulein Mizzi – soll einer der Gründe gewesen sein, warum König Edward VII. so oft und gern nach Marianske Lazne kam. Er kaufte sich fast täglich hier einen neuen Hut, den dann Fräulein Mizzi persönlich im Hotel an den britischen Monarchen ausgeliefert haben soll… 

Aber zurück zu „Churchill’s Pub & Restaurant“ : man sitzt dort sehr gemütlich beim Bier (Prazdroj, Cambrinus und Chodovar gibts vom Fass, dazu noch einige Flaschenbiere) und kleineren – oder auch größeren, je nach Hunger – Köstlichkeiten aus der Küche. Sehr zu empfehlen sind die diversen böhmischen Spezialitäten, aber auch Internationales wird geboten – einfach probieren, man liegt nur äusserst selten falsch!  

Wir entschieden uns abends meist noch für eine Suppe oder eine Kalte Platte mit Prager Schinken. Die Bedienung ist äußerst zuvorkommend, sehr freundlich und zu einem Spaß aufgelegt: einfach Spitze!

Dienstags ist häufig Live-Music-Abend, dann spielt eine Country- oder Jazz-Band: ebenfalls sehr empfehlenswert und natürlich ein weiterer willkommener Grund, auch mal zwischendurch im „Churchill“ einzukehren. 

 

Abaer auch für einen kleinen Mittagssnack (eine Suppe oder ein Salat) kann man hier sehr gut einkehren, das überbrückt die Zeit bis zum Abendessen im Hotel ganz hervorragend!

 

Kontaktdaten:

OREA HOTEL Excelsior
Hlavní 121/46
CZ-35301 Mariánské Lázne 353 01

Tel.: +420 354 697 111
Fax: +420 354 697 221
Webseite: https://www.excelsiormarienbad.com/

Cafe Lunapark

Ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste ist der „Lunapark“. Dieses Gebäude gibt es schon seit mehr als 100 Jahren, und so lange treffen sich hier Einheimische und Urlauber zu Kaffee und Kuchen, besonders aber zum nachmittäglichen Tanz mit Livemusik. Der Weg dorthin ist ohne Probleme zu absolvieren, ein leichter Anstieg macht wenig Mühe und ist von jedem (und zu jeder Jahreszeit) zu bewältigen, nach etwa 20min ist man von der Kurkolonade hierher gelaufen.

Da Lokal ist gut frequentiert, ab 14:00 Uhr bleibt kaum ein Tisch unbesetzt, vgl. auch die Bildergalerie auf der Webseite des Lunapark!

Bei schönem Wetter kann man draussen auf der Terrasse am Teich sitzen und die mit Liebe zum Detail gestalteten Aussenanlagen bewundern.

Speisen und Getränke werden in vielfältiger Auswahl angeboten und sind preiswert und sehr gut. Besonders empfehlen können wir die leckeren Gebäck- und Kuchenvariationen sowie für Liebhaber des herzhaften Snacks – obwohl es nicht so das „klassische Kaffeegedeck“ ist – die Bockwurst mit Meerettich und Senf sowie Omas hausgemachte Presswurst.

Seit einiger Zeit wurde das Angebot des „Lunapark“ erweitert, man kann dort auch eine komplexe Heilkur absolvieren. Anwendungen und Hotelunterkunft sind für Marienbader Verhältnisse recht günstig – OK, man ist auch ein wenig ab vom Schuss, aber dafür ist die Ruhe einmalig.

Kontaktdaten:

Spa Hotel Harmonie
Trebížského 94
CZ 353 01 Mariánské Lázne

Telephone: +420 354 620 990
E-mail:      info@spahotelharmonie.cz
Webseite:  http://www.spahotelharmonie.cz

Restaurant Ve Skále in Chodová Planá

Das Restaurant Ve Skale gehört zur Chodovar-Brauerei und befindet sich – wie der Name sagt – „im Felsen“, also direkt dort, wo auch die Lagerkeller der Brauerei untergebracht sind.

Man kann hier die traditionelle böhmische Küche geniessen, im urigen Ambiente, so dass das süffige Chodovar dazu nochmal so gut schmeckt.

Die verschiedenen Gasträume bieten für weit über 200 Personen Platz, trotzdem kann es besonders am Wochenende zu Wartezeiten kommen, da diese Gaststätte auch gern von Reiseunternehmen genutzt wird. Eine vorherige Reservierung – wenn man mehr als zwei Plätze benötigt –  ist also durchaus anzuraten, per E-Mail kein Problem.

Kontaktdaten:

Chodovar spol. s r.o.
Pivovarská 107
CZ-348 13 Chodová Planá
E-Mail: veskale (at) chodovar.cz
Webseite: http://www.chodovar.cz